Der Ernst des Lebens

„Also lautet der Beschluß:
daß der Mensch was lernen muß.
Nicht allein das A-B-C
bringt den Menschen in die Höh`;
Nicht allein im Schreiben, Lesen
übt sich ein vernüftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
soll der Mensch sich Mühe machen;
sondern auch der Weisheit Lehren
muß man mit Vergnügen hören.“

So lautet der Anfang des vierten Streiches von Max und Moritz.  Für mein drittes Kind geht es nun los mit der Schule. Gelernt hat er aber schon unbeschreiblich viel. Er kann sich alleine anziehen, sein Brot schmieren, zur Toilette gehen, sich im Ort zurecht finden, in den Blicken anderer Menschen Stimmungen erkennen,und im Gegensatz zu seinem großen Bruder hat er sogar akzeptiert, dass er die Schwerkraft nicht austricksen kann. Was sollte ich da noch alles aufzählen?

Ist es nicht so, dass jede Phase eines Lebens wie eine Vorbereitung auf die nächste Phase ist? Wo fängt er denn nun an der „Ernst des Lebens“. Wird es in der Schule ernster, weil es nun um Leistungsdruck geht? Wer macht den denn? Schon bevor Kersten in die Schule kam hat er mitbekommen, wie andere Kinder beim Fußballtunier bezahlt werden, wenn sie ein Tor schießen. Sicher wird er das auch in der Schule erleben. Bringt das vielleicht den Ernst ins Leben? Vielleicht kommen die Kinder, die es gewohnt sind für ihre gute Leistung bezahlt zu werden weiter auf der Karriereleiter. Macht das aber den Wert eines Menschen aus? Ich glaube das macht das Leben einfach nur schrecklich ernst.

Das Leben ist ein Geschenk. Man bekommt es um sonst. Auch unsere Begabungen wurden uns geschenkt. Die Schulzeit dient dazu eine gute Basis zu legen. Aber die wird nicht in der Schule allein gelegt. Die Familie und der Freundeskreis prägen einen Menschen wesentlich mehr. Für mich gehört auch meine Gemeinde zu diesen Orten, in denen Werte in einem Menschen geprägt werden. 

Ich meine nicht, dass einem alles im Leben zufliegt. Was glaube ich wichtig ist, ist mit dem Zufrieden sein zu können, was man hat und erst einmal zu sehen und zu schätzen wieviel das ist. Immer mehr haben zu wollen führt auch dazu immer mehr tun zu müssen. Mich beeindruckt die Geschichte von Heinrich Böll „Der Fischer und der Tourist“.

In der Bibel heißt es, dass wir uns nicht sorgen sollen. Mich erleichtert das. Wieso soll ich mir um alles Sorgen machen? Weiter heißt es auch, dass wir an einem Tag tun sollen wozu unsere Kraft ausreicht. Das ist für mich eine gute Mischung. Nicht die Hände in den Schoß legen, aber auch nicht immer mehr haben wollen.

Was ich mir für meine Kinder wünsche ist, dass sie entdecken, was in ihnen steckt. Sie sollen ihren Platzt im Leben finden dürfen und ihn auf ihre ganz spezielle Art ausfüllen können. Ich wünsche ihnen, dass sie den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bekommen. Für mich sind das die, die Ewigkeitswert haben, also über dieses Leben hinaus gehen. Aus diesem Leben können wir nichts mitnehmen, außer Menschen….

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s