Der wahre Morgenstern

Kennst du das? Du wirst wach, als hätte dich jemand geweckt. Das ganze Haus schläft noch friedlich. So ging es mir am ersten Weihnachtsmorgen. Und ich wusste auch, wer mich da weckt. Es war wie eine heimliche Verabredung mit dem Morgenstern.

Ich ziehe mir also leise meine Laufsachen an, und stecke mir das Handy ein  und bin los. 7.15 Uhr es nieselt und beginnt so ganz eben zu dämmern. Wunderbar! Also los in den Weinberg. Auf der Höhe angekommen bleibe ich begeistert stehen. „Hallo Morgenstern, da bin ich. Wo steckst du?“ Der Himmel ist mit Wolken bedeckt. Über Freiburg schimmern sie orange. Es ist mucksmäuschen still. Ich stehe eine ganze Weile so da. Langsam wird es heller. Ein Hahn ist erwacht und begrüßt den Morgen. Mir fällt auf, wie manche Lichter die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen. Zwei Autos sind zwischen Emmendingen und Freiburg auszumachen. Wer da wohl drin sitzt? Vielleicht ein Häuslicher Pflegedienst,…? Ein bisschen bin ich enttäuscht, dass mein Morgenstern sich nicht zeigt. Mir wird kalt also laufe ich weiter.  Noch ein kleiner Anstieg, dann wird mein Blick zur anderen Seite des Kaiserstuhls frei. Sofort sehe ich ein neues Licht, dass mir noch nie aufgefallen ist. Weit weg am Horizont. Wieder bleibe ich stehen und möchte herausfinden was es sein könnte. Es sieht aus wie ein überdimensionaler Weihnachtsbaum. Ich laufe weiter und denke, es muss Rust sein. Na dann ist es auch ein überdimensionaler Weihnachtsbaum, denn dort ist der Europapark. Wie jämmerlich denke ich. Na als könnte irgendein noch so helles Weihnachtslicht einen Morgenstern ersetzten. Das wird die Welt niemals hinbekommen. Nun muss ich bergab. Noch immer bin ich ein bisschen traurig über die Wolken. Ich war mir doch recht sicher, wer mich in den Morgen gerufen hatte. Wo steckt er denn jetzt? Da werde ich überrascht. Plötzlich steht eine Schafherde am Wegrand in den Reben. Naja und wie sollte es anders sein, wenn  Schafe frei herumlaufen? Bei ihnen ist ihr Hirte. Ich muss lachen. Na mein Morgenstern hat doch echt Humor. Natürlich hat er auch andere Namen. Wenn ich ihn also vor lauter Wolken mal wieder nicht sehen kann, begenet er mir eben anders.

Der Hirte ist nicht weniger überrascht als ich. Erst recht als ich ihn frage ob ich ihn fotografieren darf. “ Aber es ist doch noch viel zu dunkel“  “ Nein das macht nichts, so ist es genau richtig.“

Verschähmt nimmt er seine dreckige Kappe ab und stellt sich in Position. Er fragt mich, wie denn mein Weihnachten war und ich antworte „Einfach wunderbar!“

Als ich weiter laufe bin ich gerührt über diese Begegnung. Nicht wegen dem Mann sondern wegen dem Bild und dem was mir dadurch zugesprochen wurde.

Langsam wird es immer heller. Die vertrauten Wege auf denen ich oft unterwegs bin, werden wieder deutlicher zu erkennen. Ja das wollte er mir sagen. Noch einmal versucht der Ruster Weihnachtsbaum mir zu imponieren, aber ich lache ihn nur aus. Fröhlich komme ich nach Hause und ein neuer schöner Weihnachtstag liegt vor mir.

Joh 8,12 Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

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