Auszeit mit lohnendem Verzicht

Es war nun eine Zeit lang ruhig auf meiner Homepage. Ich befinde mich in meiner Sommerpause. Letzt Woche war ein Höhepunkt, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Schon das dritte Jahr in Folge konnte ich allein ohne Familie 5 Tage völlig abtauchen. Dafür hatte ich mir auch wieder eine Aufgabe zum renovieren gestellt. Das Esszimmer erstrahlt nun in neuen Farben. Mehr und Mehr setzt sich ein Landhausstil in unserer Wohnung durch. Auch meine grässlichen orangen Küchenfliesen sind verschwunden. Fliesenfolie macht es möglich.

Doch das lief dieses Jahr wohl eher nebenher. Im Vordergrund stand ein ganz anderes Projekt. Ich habe gefastet. Was??? Denkst du jetzt vielleicht. Als Lebe leichter Coach kann man das doch wohl nicht machen. Stimmt. Das habe ich auch nicht als Lebe leichter Coach gemacht. Es ging auch nicht um eine Crashdiät. Dem stehe ich wirklich sehr kritisch gegenüber. Es ging um einen lohnenden Verzicht, gerade in dem Bereich, der mir mal wieder viel zu oft zur Versuchung wurde.

Mein größtes Ziel mit meinem  Lebe leichter- Lebenstil ist und war  neben dem Abnehmen, dass ich nicht mehr von den Gedanken rund um das Essen bestimmt werden möchte. Genau das ist und bleibt jedoch meine Schwachstelle.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch eine Schwachstelle hat, die ihm zur Versuchung werden kann. Um das zu verdeutlichen möchte ich ein kurzes Gleichnis von Martin Schleske einem Geigenbauer einfließen lassen. Ich erlebte ihn im Februar  in Leipzig auf einem Leiterkongress.

Er verglich das menschliche Herz mit einem Schnitzwerkzeug. Er stellte bei einer Arbeit fest, dass es so viel mühsamer war als zuvor. Zunächst dachte er, was es doch für ein besonders hartes Holz sei. Doch dann vermutete er, dass vielleicht das Eisen stumpf sein könne. Er verwarf diese Ahnung jedoch mit dem Gedanken „Es reicht schon noch.“ Dieser Gedanke traf ihn, denn Gott fragte: „Was hast du da eben gesagt? Wie oft höre ich diesen Satz von euch Menschen?“
Unser Herz stumpft ab, weil wir es an unserem Leben abnutzen. Das ist ganz normal. Jeder Mensch stumpft ab. Das ist kein Fehler und auch nicht das Problem. Das Problem ist mit diesem stumpfen Herzen weiter zu leben. Wer aber Jesus kennt, kann sich von ihm schärfen lassen. Er wünscht sich das, damit wir mit unserem stumpfen Herzen nicht so schwer am Leben zu arbeiten haben.

Mir hat dieses Beispiel verdeutlicht, was leider viel zu oft passiert. Wir merken zwar, dass das Leben so schwer geworden ist. Das es so viel Mühe macht und so viel Kraft kostet. Anstatt jedoch mit unserem stumpfen Herz zu Jesus zu gehen, versuchen wir es selbst zu schärfen. Mein Weg dazu ist das Essen. Ich nenne es mal ganz krass beim Namen. Das ist teuflisch. Wenn ich einen stressigen Tag habe versumpfe ich nach Feierabend auf dem Sofa und meine, mir mit Essen etwas gutes zu tun. Wenn ich mittags von angestrengten Kindern beim Kochen angemault werde, geht der Süßigkeitenschrank auf. Wenn ich am Sonntag Nachmittag vom Alltagsstress entspannen will brauche ich Kuchen. Das hatte ich alles schon mal ablegen können. Doch immer öfter schlichen sich diese alten Gewohnheiten wieder ein.

Dieses Essen ist für mich wie eine Droge. Nicht Essen an sich. Verstehe das bitte nicht falsch. Essen ist etwas himmlisches. Wir dürfen von allem essen was Gott uns geschenkt hat. Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist auch gut. Wenn wir es aus seiner Hand nehmen und dankbar genießen, sind wir auf einem guten Weg.

Diese Droge mit der wir unser Herz selbst schärfen (oder betäuben) möchten,  lässt sich von Mensch zu Mensch beliebig ersetzten. Immer dann, wenn wir das gesunde Maß im Umgang mit einem Bereich überschreiten, wird daraus etwas fesselndes. Medienkonsum, Zigaretten, Alkohol, Sex, Medikamente, Arbeiten, ja sogar entspannen, wenn daraus Faulheit wird.

Weil das falsche Essen für mich eine Droge ist, kam der Gedanke in mir hoch, dass ich dann einen Entzug davon brauche. Die Idee zu fasten begann in mir zu wachsen. Ich hatte vor Jahren schon einmal ein Basenfasten mit Obst- und Gemüsesäften gemacht. Dazu gehörte aber auch das Trinken von Brottrunk, einnehmen von Heilerde und Algenpresslingen, Ölziehen, Zungen bürsten und Einläufe. Darauf hatte ich beim besten Willen keine Lust. Also wollte ich wissen, was eigentlich die Bibel meint, wenn sie vom Fasten spricht. In solchen Fällen lese ich einfach viel. Da mein Mann in seinem Theologiestudium praktischerweise gerade einiges an Literatur über beten und fasten im Haus hat, gab es genug Material.

Es werden verschiedene Arten des Fastens beschrieben. Ich wollte es mit drei Tage nur Flüssigkeit versuchen. Es kam anders als geplant. Das wäre jedoch zu viel für einen Blog Eintrag. Dazu sind bereits 18 Seiten Denkmaterial für einen Artikel oder mehr entstanden. Mal sehen was Gott weiter damit vor hat.

Fasten ist aus geistlicher Sicht eine unbedingt lohnende Erfahrung. Sie ist kein Spaziergang. Nein ganz und gar nicht. Eher eine extreme Grenzerfahrung. Wenn du Christ bist möchte ich dir sagen, Gott braucht es nicht, dass du fastest. Aber du brauchst es. Denke nicht du könntest, als eine Art Hungerstreik, durch Fasten Gottes Handeln irgendwie beeinflussen. Es beeinflusst aber dich, deine Einstellung, deine Wünsche und deine Gebete. Das allerdings nimmt dann einen Einfluss auf eure Beziehung.

Abgenommen habe ich dadurch übrigens nicht mehr als ein Kilo. Wenn du also jetzt gedacht hast, das mache ich auch mal und nehme dabei gleich ab, dann lass es lieber. Abnehmen braucht Zeit.

Was ich hier sagen kann ist, dass mein Herz nun wieder messerscharf ist. Ich bin neu verliebt in meinen Mann, meine Kinder, meine Berufung, meine Gemeinde und vor allem in den, der über dem allem steht. Es war ein lohnender Verzicht.

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Eine Antwort zu “Auszeit mit lohnendem Verzicht

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