Mode in großen Größen richtig kombiniert

Meine selbständige Tätigkeit ist eine Kombination aus Ernährungsberatung und Fitness sowie Typ und Stilberatung. Meine Kundinnen tragen häufig Kleidergröße 42 aufwärts. Ich selbst hatte viele Jahre Kleidergröße 44/46 und weiß wie frustrierend es sein kann hier schöne Mode zu finden. Nicht selten wurde ich darauf hingewiesen, dass man in meiner Größe leider nichts führt. Was es dann aber in anderen Geschäften in meiner Größe gab, gefiel mir oft nicht.

In meinen Beratungen berichten die Kundinnen oft von ähnlichen Schwierigkeiten. Zur Figurtyp- und Stilberatung gehört bei mir ein kleiner Kleiderschrankcheck dazu, da meine Beratungen in der Regel bei den Kundinnen zu Hause stattfindet. Wir schauen uns also verschiedene Outfits an und die Kundinnen erzählen dazu gerne, wie sie beraten wurden und es dann zu diesem oft Fehlkauf kam.

Auf was sollte man denn nun wirklich achten?

Kürzlich flatterte mir ein Katalog mit Mode für Größe 44-62 ins Haus. Fast hätte ich ihn gleich weggeschmissen aber dann war ich neugierig. Oft sehe ich in diesen Größen Oberteile vom Typ Hauszelt in kitschigen Farben und unmöglichen All-over Print. So auch in diesem Blättchen auf den ersten Seiten. Die schlechten Beispiele möchte ich gar nicht lange ausbreiten, sondern lieber auf den Punkt kommen.

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Quelle: MIA MODA

Wer eine größere Kleidergröße braucht, der hat mehr Flächen die er mit Stoff bedecken muss. Wenn ich das durchgängig  ohne Unterbrechungen im Schnitt, oder durch Farbwechsel versuche, nimmt mein Gegenüber auch viel dieser großen Fläche wahr. Ich wirke groß und breit, so wie das Model aus dem Katalog in dem blauen Polokleid.

Farbwechsel und Linienführung können eine Figur optisch modellieren.

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Quelle: MIA MODA

Das gleiche Model wie eben präsentiert nun verschiedene Schwarzweiß Looks die schön zeigen was zu welcher Wirkung führt.

Die einfache Grundregel Querstreifen machen breit und Längsstreifen schmal kennt sicher jeder. Dabei geht es jedoch nicht nur um Ringelshirts.

Ganz rechts die weiße 3/4 Hose mit dem durchscheinendem  schwarzen Oberteil unterteilt die Figur in drei, mit den Schuhen sogar vier breite „Streifen“. Die Betonung liegt auf dem Oberkörper. Der Farbwechsel ist an der breitesten Stelle des Oberschenkels. Auch die Hose endet an der breitesten Stelle der Wade. So werden bei diesem Look jeweils die breiten Körperstellen betont und lenken genau hier den Blick hin.

Im Gegenteil dazu wirkt das Outfit, welches nun tatsächlich Querstreifen hat viel vorteilhafter. Die schwarze Hose macht schmal und endet ein Stück tiefer, da wo das Bein schon wieder schmaler wird. Sie dürfte noch etwas länger sein. Das Oberteil zieht den Blick durch den Print in die Mitte. Die große Fläche ist halbiert und macht dadurch schmal. Das Muster der Streifen läuft schmal zu und verkleinert so optisch die Hüfte.

Bleiben die zwei Outfits mit oversize Jacke. Hier möchte ich auf den Unterschied einer äußeren oder inneren Farblinie aufmerksam machen. Lässt man beide Outfits im Wechsel aufeinander wirken, fällt schnell auf, dass das Model in der weißen Weste wieder unvorteilhafter aussieht. Woran liegt das? Das schmale lange Oberteil verkürzt die Beine. Ein Musterwechsel an der Hüfte lässt diese wieder besonders breit erscheinen. Das Bändchen zum schließen sitzt zu hoch, in Bauchnabelhöhe wäre die Wirkung gleich ganz anders. Die durchgängig dunkle Farblinie verläuft innen, die helle Farbe kommt von außen dazu. Helle Farben reflektieren das Licht stärker und tragen deshalb auf. Dunkle Farben schlucken dagegen das Licht und wirken deshalb schmaler.

Die fransige schwarze Ponchojacke zieht den Blick auf die spitz zulaufende Mitte. Das macht optisch wieder schmal. Die dunkle Farblinie verläuft diesmal außen und der Farbwechsel zum hellen Shirt ist sehr vorteilhaft. Das liegt auch daran, dass dieses Shirt mehr Blick auf die Beine frei lässt und diese so optisch verlängert. Es dürfte sogar noch eine Hand breit kürzer sein, was hier durch den Spitzensaum überspielt wird.

Vergleichen Sie nun selbst noch einmal das Model in allen 5 Outfits. Gewusst wie bringen Sie Ihre schönen Seiten zur Geltung und lenken den Blick von den anderen Stellen ab.

Jede Figur hat ihre schönen Seiten. Lassen Sie sich von einer guten Beraterin zeigen, wie Sie diese unterstreichen können.

Das Thema Farbe spielt ebenfalls eine große Rolle. Dazu folgt bald ein weiterer Blog.

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