Lebe leicht-sinnig!

Übermut tut auch mal gut!

An den Feiertagen blitzte hier und da immer mal wieder das Wort „Abenteuer“ auf. Mein Mann bekam von einem Freund einen Abenteuer Kalender mit Fotos aus Schottland geschenkt. Im nächsten Jahr hat er sich für einen ziemlich verrückten Marathon dort angemeldet. Mit unseren Teenager Kindern und den Kindern unserer Freunde sprachen wir an Weihnachten über scheinbare Abenteuer, die man in Computerspielen erlebt, obwohl man tatsächlich nur alleine in einem Zimmer sitzt und auf Knöpfe drückt. Genau so ist es mit Abenteuern die man in Büchern liest oder z.B. bei Winnetou im Fernsehen mit ansieht.
Bei all diesen Blitzlichtern blieb unter dem Strich bei mir hängen, dass man entweder vor den Kalenderbildern, dem Computer, Buchstaben im Buch oder Fernsehbildern stehen bleiben kann, oder man geht raus und erlebt sein eigenes Abenteuer.

Erstaunlich wie schnell man tatsächlich vor einer Entscheidung steht, wenn man dann raus gegangen ist.

Gestern war ich mit meinem Mann wieder einmal eine längere Strecke laufen. Über den ganzen Sommer war zwischen Köndringen und Riegel eine große Baustelle an der Elz. Der Fluss wurde umgeleitet und neue Radwege und Deiche gebaut. Gestern sind wir zum ersten Mal den neuen Weg gelaufen. Kurz vor Riegel sind wir auf den alten Deich zurück gelaufen. Was wir nicht wussten war, dass dieser nicht mehr durchgängig verläuft, sondern nun drei Wasserüberläufe hat. Bei Hochwasser kann sich die Elz hier auf Nebenflüsse ausweiten. Die ersten zwei Überläufe waren trocken. Doch dann kam der letzte. Wir waren in einer Sackgasse. Vor und neben uns war nur noch Wasser. Was jetzt? Ich hatte keine Lust um zukehren und suchte gleich nach einer Lösung über das Wasser zu kommen. Die großen Steine lagen zu weit auseinander um trockenen Fußes über den Fluss zu kommen. Mein Mann hat mich ziemlich verblüfft angeschaut als ich sagte: „Tja, dann müssen wir jetzt wohl die Schuhe ausziehen und da durch.“ Wohl gemerkt es waren -4 °C.
„Du bist verrückt! ….Ja meinst du das jetzt ernst?“
Aber da war ich schon dabei mir die Schuhe auszuziehen. Du glaubst nicht was wir für einen Spaß hatten. Zu Hause beim Mittagessen habe ich den Kindern erzählt, was wir gerade gemacht haben. Die Jungs haben es gar nicht registriert und meine Tochter meinte so etwas wie, wir könnten ja auch gleich Krankheitserreger inhalieren.
Schrecklich vernünftig!

Kann es sein, dass wir es verlernt haben die Gelegenheit für ein Abenteuer am Schopf zu packen? Ist es vielleicht manchmal so, dass wir uns mit der abgespeckten Version schon zufrieden geben? Dann ist es schon Übermütig, wenn man ein Glas Sekt zu viel trinkt, oder doch tatsächlich ein viertes oder fünftes Raclettepfännchen isst. So ein Übermut fühlt sich hinterher aber leider nicht so toll an. Dann wird man eben doch „bestraft“ und beschließt das nächste Mal vernünftig zu bleiben. Gerade die letzten zwei Beispiele bekomme ich in meinen Kursen tatsächlich manchmal zu hören. „Nein ich will nicht immer verzichten müssen. Ich will auch noch Spaß im Leben haben.“
Und jetzt stelle ich mal eine steile Behauptung auf. Wenn du echte kleine Abenteuer erlebst und Mut hast etwas zu riskieren, wird damit ein Hunger gestillt, den du durch kein Essen der Welt satt bekommen kannst. Essen ist wirklich nur ein kläglicher Ersatz.
Heute Morgen schlurfte mein Mann ins Badezimmer und ich begrüßte ihn mit den Worten „Guten Morgen >Der durch den Fluss stapft<“ Grinsend saßen wir nebeneinander auf dem Badewannenrand und putzen uns die Zähne.

Sei mal wieder leicht-sinnig!

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