21. August

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Matthäus 25,40

Dieser Satz Jesu könnte aktueller nicht sein. Seit der sogenannten Flüchlingskrise kommen viele Menschen in unser Wohlstandsland, die wir gern als solche „Geringsten“ bezeichnen. Grund genug für viele, diesen Menschen zu helfen. Weil Jesus das sagt. Gut so! Und ich bin sehr der Meinung, dass wir das schaffen. Mindestens das wir es könnten.  Nochmal, es ist ganz simpel und eindimensional: es kommen Menschen die aus ihrer Heimat flüchten mussten. Keine „Flüchtlinge“ und auch keine „Krise“ die da zu uns kommt, sondern Menschen die um ihr Leben rennen. Flüchtende vor Krieg, Vergewaltigung und Grausamkeit. Wir haben den Auftrag ihnen zu helfen, egal ob ich Christ bin oder nicht! Aber wenn ich Christ bin, dann habe ich keine Ausrede es nicht zu tun. Denn Jesus ging es immer um die „Geringen“ und um die „Kleinen“. Das ist ein Großteil seiner Botschaft.

Und es ist nicht nur simpel und eindimensional. Dieser Satz stammt aus einer Rede, bei der Jesus über seine Wiederkunft und was dann geschehen wird spricht. Er spricht, dass die gesamte Menschheit vor seinen Thron treten wird, und er sie in zwei Lager teilt. Und zwar Aufgrund ihrer Taten. Die, die sich um die „Geringen“ gekümmert haben sind dazu bestimmt das zukünftige Reich Gottes in Besitz zu nehmen. Und die, die das nicht getan haben werden eine ewige Strafe erhalten. Unser Schluss daraus: ich muss mich um die „Geringen“ kümmern, damit ich dann das Ewige Leben erhalte. Sozusagen eine Liste, die ich vorweisen kann, wenn danach gefragt wird. Ich könnte mir ja eine „Liste der Guten Taten“ anfertigen. Dann werde ich bei diesem letzten Gericht sicher auf der richtigen Seite stehen. Zum Beispiel: „in der Flüchtlingsarbeit engagiert“, das müsste doch einen sehr guten Eindruck machen!

Schauen wir genauer hin: beide gruppen werden nämlich fragen, wann haben wir denn das gemacht bzw. nicht gemacht? Sprich, sie haben es nicht gemerkt. Wenn sie es aber nicht gemerkt haben, dann hat es wohl keiner aus Berechnung getan oder unterlassen. Es kann also nicht die Tat ansich sein die einen auf die richtige Seite bringt. Es geht um die innere Haltung die sich in der Tat äußern wird. Es geht darum, ein barmherziges Herz zu haben, mit meinem nächsten. Denn jeder kann ein „Geringer“ und ein „Kleiner“ sein. Jederzeit. Die Menscheit funktioniert seit dem Fall aus dem ursprünglichen Dasein so. Es gibt immer welche die als „Geringer“ und „Kleiner“ angesehen werden. Die Liste ist praktisch endlos: Andersdenkende als die Masse, Andersgläubige als die Masse, Andersfühlende als die Masse. Und immer dann, wenn ich grade so denke, glaube und fühle wie die Masse, dann bin ich nicht gering und klein.

Was Jesus von uns sehen möchte ist ein barmherziges Herz, dass wir mit denen sind, die nicht so sind wie alle. Übrigens sind Christen schon bald auch in diesem Land nicht mehr „Alle“ sondern „Gering“. Jesus möchte von uns, dass wir nicht so sind wie „Alle“. Wir sollen uns wirklich auf die Seite der „Geringen“ setzen.

Ab heute will ich aufhören mit meinem „frommen Finger“ auf die „Geringen“ zu zeigen, oder mich zu ihnen herabzulassen um im Weltengericht gut da zu stehen. Heute will ich anfangen ein barmherziges Herz zu bekommen, und ohne es zu wissen, mich mit den Geringen einzulassen.

A.L.

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