1. Mai

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. Psalm 66,20

Das Mindesthaltbarkeitsdatum

Ist dir schon einmal aufgefallen wie sehr wir bewusst und unbewusst auf die Haltbarkeit achten? Auf jedem Lebensmittel, das in Deutschland verkauft wird, muss das MHD aufgedruckt sein. Immer wieder ist es Thema in den Medien, dass zu viele Lebensmittel weggeworfen werden, die eigentlich noch essbar wären. Das MHD meint den Zeitpunkt, bis das ein Lebensmittel mindestens haltbar ist, für viele ist es dann aber schon ungenießbar.

Nicht nur bei Lebensmitteln ist die Haltbarkeit für uns ein Thema. Wie lange wird dieses Auto halten? Wie beständig ist diese Fassade gegen Witterungseinflüsse? Schau, diese Kirche steht hier schon seit dem Mittelalter. Unbewusst wissen wir, alles um uns herum und unser körperliches Dasein hat eine Haltbarkeitsgrenze. Irgendwann ist für alles die Zeit abgelaufen, und es wird abgerissen, weggeworfen, verbrannt, recycelt, entsorgt, in einem Wort verworfen. Was einmal wichtig oder wertvoll war ist nun überflüssig. Den Rest kannst du verwerfen. Den braucht kein Mensch mehr.

Wie viele Gebete wohl jeden Tag gesprochen werden? Welche davon werden erhört? Was muss man tun, damit ein Gebet von Gott beantwortet wird? So wie ich das erwarte? Zum Thema Gebet habe ich viel mehr Fragen als Antworten. Warum wurde dieses Gebet nicht beantwortet, ein anderes doch?
Wie gut hier mal eine andere Perspektive, eine göttliche Perspektive hinein zu bringen. Wir haben einen ewigen Gott. Der war und der ist und der sein wird. Was du ihm heute sagst, das steht in dieser Zeitperspektive. Was du ihm heute sagst, behält er sich für die Ewigkeit, dass läuft nicht irgendwann ab, es wird nicht übrig sein, was du ihm heute sagst, bleibt ewig!
Danke an den Dichter dieses Liedes für dieses Mutwort.
Es stellt sich heraus: meine Fragen sind zu kurz gedacht. Sind von meinem Zeithorizont beschränkt, führen darum in die falsche Richtung. Meine Bitte, mein Dank, mein Lob, meine Ehre an IHN, alles bleibt ewig erhalten, wirkt weiter als meine MHD, wirkt in Ewigkeit.

Seit knapp einem Jahr treffe ich mich mit einem Freund einmal die Woche zum Gebet. Wir erzählen uns gegenseitig was uns bewegt, und sagen es gemeinsam Gott. Diese Woche haben wir es anders gemacht. Wir haben uns erinnert, welche Themen dran waren, welche schon erledigt sind, und bei welchen noch weiter gesprochen werden muss. Nach kurzer Zeit wurden wir von Dank überwältigt, als wir merkten, dass ER seine Güte nicht nur nicht von uns gewendet hat, sondern uns wirklich damit überschüttet.

Gepriesen sei der Herr!
Heute, jetzt, hast du Gelegenheit Worte mit ewiger Perspektive zu sprechen! Wer kann da noch schweigen…

AL

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