13. März

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Matthäus 20,28

Die Sitzverteilung
Heute habe ich mein bürgerliches Recht ausgeübt, und mit meiner Stimme jemanden zu einem Sitzplatz im Land Baden-Württemberg verholfen. Wer dort sitzt, hat 1 Platz von 138. Sie oder Er wird dann auch über meine persönliche Zukunft entscheiden. Wird an der Entwicklung und Veränderung von Gesetzen beteiligt sein. Darum ist es mir überhaupt nicht egal wer dort sitzt, schon gar nicht wer im Zentrum, dort wo die Macht am größten ist, sitzt. Ich kann nur hoffen, dass sich „mein/e“ Kandidat/in durchsetzt.
Unser ganzes Leben lang, begleitet uns diese Frage: „wer hat hier das Sagen“. Als Kinder haben wir oft gesagt: „wer ist der Bestimmer?“. Es gibt praktisch keinen Bereich unseres Lebens, der nicht auf irgendeine Weise geleitet -in dem also Macht ausgeübt- wird. Und wenn ich es nicht selbst bin, dann will ich wenigstens beeinflussen wer und wie Macht über mich ausübt.
Der Vers dieser Woche ist der letzte Satz einer Antwort Jesu an die Jünger. Angefangen hatte alles damit, dass er zu den Jüngern ganz offen über seinen bevorstehenden Tod und seine Auferstehung gesprochen hatte. Als er zu ihnen sprach, war das alles für sie noch Zukunft! Jesus wird also nun endlich das Reich Gottes aufrichten, von dem er die letzten drei Jahre gesprochen hat, denken sie vielleicht dabei.
Wie wird da wohl die Macht verteilt? Okay – Jesus sitzt in der Mitte, aber die Plätze rechts und links von ihm, also sozusagen die Ministerposten, wer kriegt die? Da sollte man doch frühzeitig Einfluss nehmen, damit im zukünftigen Reich Gottes die Richtigen über unsere Zukunft bestimmen, oder nicht? Dies bringt die Mutter von Johannes und Jakobus dazu genau das nachzufragen. Wer wird wohl rechts und links von Jesus im Machtzentrum sitzen? Ihre Handlung ist nur allzu verständlich, schließlich will jede Mutter für ihre Kinder das Beste.
Im Abenteuerland, dem Kinderprogramm unserer Gemeinde, singen wir manchmal ein Lied mit diesen Textzeilen:
„In Gottes Königreich ist alles umgekehrt, willst du hoch hinaus kommen bist du unten nicht verkehrt, um Groß zu werden lerne Klein zu sein, in Gottes Königreich ist alles umgekehrt“.
Jesus sagt: „Ich bin nicht gekommen um euer König zu sein so wie ihr das kennt. Und in meinem Reich soll es nicht so sein, wie ihr das von den Königen dieser Welt kennt. In meinem Reich ist der der Größte, der sich selbst ganz hinten anstellen kann, der, der sich selbst wenn es sein muss opfert“.
Wenn du Bürger in diesem Königreich bist, dann ist die Machtfrage keine Frage mehr für dich. Nicht weil sie schon entschieden wäre, sondern weil sie einfach nicht mehr relevant ist. Weil der der Bestimmer ist, der „drunter“ kann. In diesem Königreich will ich leben. Du auch?
AL