20.März

Du weißt doch, wie Mose in der Wüste eine Schlange aus Bronze an einen Pfahl aufrichtet, damit jeder der sie ansah, am Leben blieb, genauso muss auch der Menschensohn an einen Phahl gehängt werden.  Jeder der dann voll Vertrauen auf ihn sieht, wird das ewige Leben haben. Joh 3, 14-15

Ausgerechnet ich?
In meinem Leben läuft nicht alles glatt. Wenn ich gerade das Gefühl habe alles ist unter Kontrolle, kommt doch von irgendwo ein neues Problem her. Gern auch in Papierform in einer der Schultaschen meiner Kinder. Oft sind es “Elternhausaufgaben”, um die ich mich dann auch wieder kümmern muss. “Bitte überprüfen sie die Verkehrstauglichkeit des Fahrrades ihres Kindes.”

Da erlebe ich im kleinen einen Mechanismus der in groß richtig Probleme machen kann: ausgerechnet ich. Was habe ich eigentlich damit zu tun? Was habe ich eigentlich falsch gemacht, dass mir das jetzt passiert? Ich habe mich doch immer anständig benommen, habe versucht mein Bestes zu geben und trotzdem passiert mir das jetzt! Alle anderen dürfen so weiterleben wie zuvor, nur ich, ich habe jetzt diesen Mist am Hals. Zugegeben,  was die Zettel in der Schultaschen angeht, bin ich gedanklich selten soweit gekommen. Aber was ist mit den größeren Katastrophen? Den Unfällen, Krankheiten etc. Warum ausgerechnet ich?!
Natürlich weiß ich, an der ein oder anderen Katastrophe bin ich doch selbst schuld. Nicht an allen, aber an manchen, die die Folgen eines nicht ganz so anständigen oder gutem Verhalten sind. Wer mit dem Auto in die Fußgängerzone fährt, muss sich nicht beschweren, wenn er 20 € Bussgeld bezahlen muss. Wir alle haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und wollen nur bestraft werden, für dass, was wir auch wirklich verbockt haben.

Dabei gab es mal einen Menschen, der hat wirklich aber auch alles richtig gemacht. Und der sagt, so wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss auch ich erhöht werden. Wie bitte? Jesus als Schlange? Also als Symbol für Gericht und Sünde? Das darf man doch wohl nicht denken!

Da kommen wir mit unserem Empfinden für Gerechtigkeit nicht weiter. Es wird sogar umgekehrt. Paulus schrieb dazu, dass Gott den, der keine Sünde kannte, fur uns zur Sünde gemacht hat, damit wir in ihm zu Gerechtigkeit werden. (2.Ko 5,21) Jesus wurde unser Fehlverhalten wir wurden Gerechtigkeit. Jesus starb nicht nur meine Strafe am Kreuz er starb auch meine Anklage. Ausgerechnet Jesus und ausgerechnet ich.

Die Katastrophe meines Lebens ist abgewendet. Ja es bleiben welche übrig die ich vielleicht nicht selbst verschuldet habe. Was dann tragfähig ist, ist dass ich nicht mehr in dem alten Gerechtigkeitskarussel mitfahre. Ich kriege nicht das was ich verdient habe, und deswegen kann ich auch nicht mehr ungerecht behandelt werden. Hat Paulus das gemeint als er schrieb, dass uns alle Dinge zum Guten dienen werden?

Komm Steig aus!
AL