24. Juli

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel
anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. Lukas 12,48

Gegen die Dusseligkeit.

Zugegeben, beim ersten und vielleicht auch noch beim zweiten Lesen denke ich: zum Glück habe ich nicht viel! Denn es klingt schon fast wie eine Drohung: wer viel hat der muss noch mehr liefern.

Machen wir uns also zunächst einmal ein paar grundsätzliche Gedanken, um diesen Satz Jesu besser verstehen zu können.
Wir alle sind mit nichts auf diese Welt gekommen, ins Leben gerufen worden. Wer wir heute sind, was wir besitzen, wie weit wir es auch gebracht haben mögen, nichts davon hatte ich schon im Kreißsaal dabei. Und auch am anderen Ende unseres irdischen Lebens wird es wieder so sein. Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagt der Volksmund ganz und gar zu Recht. Alles was ich bin und habe ist mir auf irgendeine Weise anvertraut worden. Es mag vordergründig ein Lohn für eine von mir erbrachte Leistung sein, aber denke ich einen Moment in ehrlicher Tiefe nach, dann kann ich mit vielen anderen sagen: ich hatte einfach Glück. So oder ähnlich habe ich es schon in vielen Interviews mit den Berühmtheiten unsrer Zeit gehört. Man könnte auch sagen: Gott hat es mir anvertraut.
1. Fazit: was ich bin und über was ich verfüge, es wurde mir gegeben.

Egal in welchem Gesellschaftlichen System man lebt, weltweit haben, können, und wollen nicht alle das Gleiche. Sämtliche Versuche, ein Gesellschaftssystem zu etablieren in dem wirklich alle gleich sind, sind gescheitert. Und auch wenn wir uns Punkt 1 schon klar gemacht haben, so haben doch auch von Gott nicht alle die gleichen Möglichkeiten bekommen. Alle Menschen sind unterschiedlich begabt und  ausgestattet worden. Und das ist auch kein Problem. Die Frage ist nur: was machen wir damit. Fazit 2 lautet also: es ist ganz normal, dass nicht alle gleich viel an Ressourcen zur Verfügung haben.

In dem Beispiel, an dessen Ende dieser Satz steht, geht es um Verwalter denen nicht Geld oder Macht oder Gaben anvertraut sind, sondern Menschen.(!) Eines Tages wird der Hausherr wieder nach Hause kommen. Gut wenn der Verwalter dann dabei angetroffen wird, wie er sich gerade um die ihm anvertrauten Menschen kümmert. Schlecht, wenn er sich von einer Duseligkeit hat einlullen lassen. Wenn es den Menschen nicht gut geht. Wenn er statt ihnen Brot und Lohn zu geben, Schläge gegeben hat. So sagt Jesus in diesem Beispiel.
Okay, bauen wir das mal zusammen: Jedem von uns sind unterschiedlich viele Menschen anvertraut worden. Wir haben einen Auftrag, und zwar den, uns um diese Menschen zu kümmern, bis das der Hausherr heimkommt. Das ist eine großartige Aufgabe! Das ist keine Last. Deine Freunde, deine Eltern, deine Kollegen, dein Nachbarn, vielleicht ein Lebenspartner und Kinder. Sie sind Geschenke an dich! Und du darfst dich darum bemühen, dass es ihnen gut geht. Und höre die Warnung: denk nicht es dauert noch lang, und wenn, dann fällt mir schon was ein, was ich dem Hausherrn erzählen kann. Gott ist kein Weichei!

Ich muss mal nachschauen, was meine Kids grad so machen!
Bis nächste Woche…
AL

Advertisements