26.Juli

Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. Epheser 2,8

Eine Hand wäscht die andere.
Unser ganzes Leben besteht aus geben und nehmen. Wenn man mal die Romantik etwas raus nimmt, dann gilt das für jede Beziehung in der wir stehen. Mein Arbeitgeber bekommt meine Arbeitskraft, dafür bekomme ich sein Geld. Mein Geld bekommt meine Familie die dafür ein Zuhause kauft. Für dieses Zuhause bekommt sie einen Rund um die Uhr Problemlöser, Freizeitmanager, Nachhilfelehrer, usw. der dafür Anerkennung, Wertschätzung, Lebenssinn bekommt. Ob wir es uns bewusst machen oder nicht, wir leben in einem ständigen Tauschgeschäft.
Kein Wunder dass alle Religionen und Ersatzreligionen genau nach diesem Muster funktionieren. Es wird das Glück im Leben versprochen, dafür gebe ich etwas von mir:  Zeit oder Geld oder Selbstbestimmung, oder auch alles gleichzeitig. Auch kein Wunder, dass sich in das Christentum immer wieder solche Muster einschleichen. Und das nicht erst seit heute, sondern von Anfang an. Und seither in unzähligen Variationen und Wiederholungen. Da gibt es ganz offensichtliche wie zB den Ablasshandel: Geld gegen Sündenvergebung aber auch verstecktere Systeme. Das vielleicht unverdächtigste und auch am meisten praktizierte: ich glaube an dich Gott. Ich glaube, dass es dich gibt. Ich glaube dass du mich geschaffen hast. Ich glaube, dass du selbst für mich gestorben und auferstanden bist. Ich glaube;  und bekomme dafür, von dir Gott, die Seligkeit. Entsprechend enttäuscht reagiert manch einer, wenn der Deal nicht funktioniert. Wenn man doch krank wird. Wenn man doch Pech hat. „Aber ich habe doch an dich geglaubt, und was habe ich jetzt davon?“

Ja es stimmt, unser Glaube hat uns gerettet. Aber auch dieser Glaube war und ist nicht unser Werk, unsere Bezahlung in dem Handel! Auch der Glaube an sich ist ein Geschenk Gottes! Wir können uns kein bisschen Seligkeit kaufen. Nicht bewusst und nicht unbewusst.
So etwas, dass hat sich kein Mensch ausgedacht.
Und es ist auch wirklich nicht einfach, nicht wieder mit dem Dealen anzufangen.

Heute will ich es dir mit dieser Choralzeile aus „Stern auf den ich schaue“ sagen:

Nichts hab ich zu bringen, alles Herr bist du.

AL

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