Wochenspruch 6. März

DSC_0129Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Johannes 12,24
Ich bin Anfang 40. Meine Großelterngeneration, also die Menschen, die in den 60/70/80ger Jahren gestorben sind, starben in der Regel zu Hause. In den folgenden Jahren wurde das Sterben gesellschaftlich unmerklich aber konsequent in die Krankenhäuser und andere Einrichtungen verdrängt. Kaum jemand kann und darf noch einfach und in Frieden zu Hause versterben. Der Trend setzt sich fort. Auch in den Einrichtungen darf nicht so einfach gestorben werden. Wir haben heute die medizinischen Möglichkeiten nahezu jeden am Sterben zu hindern, und nutzen sie auch. War es noch vor 2 Jahrzehnten so, dass Menschen starben, weil sie nicht adäquat behandelt werden konnten, muss so mancher heute gegen die Behandlung sterben. Als Krankenpfleger auf der Intensivstation könnte ich ein langes und trauriges Lied davon singen.
Jeder wünscht sich für sich ein würdevolles, friedliches und möglichst schmerzfreies Sterben. Doch der gesellschaftliche Druck verursacht das genaue Gegenteil. Wir bekommen täglich die Schönen und Reichen niemals alternden Stars und Sternchen vorgeführt. Alle bleiben ihr Leben lang fit und vital. Über Sterben zu reden ist schon fast ungehörig. Bitte spreche also niemand über Krankheit und Sterben, es sei denn man hat es überlebt. Dabei sterben wir alle täglich ein Stück. Seit unserer Geburt gehen wir auf unseren Tod zu. Wir werden krank. Wir werden sogar ernsthaft krank. Nur muss das in unserer Gesellschaft im Verborgenen passieren.
Dieses Jesuswort ist eine Antwort an seine Jünger. Sie befinden sich in Jerusalem zur Zeit des Passahfestes. Der Höhepunkt des Jahres. Ganz Jerusalem befindet sich in gespannter Aufregung, die Einwohnerzahl verdoppelt sich durch die Pilger, kein Hotelbett ist mehr frei. Mittendrin Jesus, der regionale Star, der nun in Jerusalem vielleicht ganz groß rauskommt. Einige Griechen versuchen deshalb eine Privataudienz bei Jesus zu bekommen. Wer weiß, könnte doch gut sein, schon mal Kontakt zu knüpfen, mit dem kommenden König der Juden. Doch Jesus enttäuscht die großen Erwartungen der Griechen. Er wird kein Star nach ihren Vorstellungen, im Gegenteil er wird sterben! Sterben? Was ist dann aber mit dem Plan, Gottes Reich zu gründen. Was ist damit, sich endlich von den Römern zu befreien. Sterben? Das passt nicht zum Plan.
Und wieder hast du heute die Wahl. Du musst dich entscheiden zwischen einer Gesellschaft, die das Sterben abschafft, deren Helden und Vorbilder jung und schön und gesund sind, und auf der anderen Seite Jesus, der seinen Plan erst durch sein Sterben zur durchbrechenden Entfaltung bringt.
Nicht von jedem von uns wird verlangt, wie Jesus, für Gottes Plan zu sterben. Gott sei Dank nicht! Aber wenn du Jesus folgst, dann gehört Sterben zum Plan. Dann wird Sterben sogar erst der Anfang sein. Dann wird aus deinem kleinen täglichen Sterben vielfache Frucht.
Bist du bereit diese Woche etwas von dir sterben zu lassen, damit vielfacher Ertrag entsteht?
AL

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