KW3

Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Johannes 1,17

Transformation
Immer wieder mal wird ein alter Stoff neu verfilmt. Ich sah zuletzt in der Weihnachtszeit die Neuverfilmung der Winnetou Erzählung von Karl May. Als erklärter Karl -May-Film Fan war ich sehr gespannt, wie diese Neuauflage aussehen würde. Wie wird mit der Geschichte umgegangen? Welche Figuren tauchen wieder auf. Ist die Handlung die selbe? Was ist mit den Figuren oder Handlungssträngen, die auch in einer Neuverfilmung unbedingt auftauchen müssen? Manch einer in meinem Bekanntenkreis hat gesagt: „Das habe ich gar nicht angeschaut, das kann sowieso nichts taugen, denn die alten Filme waren ja legendär“. Dabei fand ich persönlich das Projekt sehr gelungen. Es wurde die alte Geschichte nicht grundsätzlich geändert, aber moderner erzählt. Alle wichtigen Charaktere waren wieder dabei, aber nicht einfach kopiert, sondern weiterentwickelt. Selbst die Musik wurde aufgegriffen und weiter gedacht. Das Alte wurde mit Achtung zu etwas neuem transformiert.
Johannes, der Lieblingsjünger Jesu schreibt sein Evangelium. Und er beginnt genau damit. Er schreibt für die, denen Gott das Gesetz durch Mose gegeben hatte. Und die waren genau in dieser Situation: “ Was ist mit dem Gesetz, mit unserem Gesetz“? Wird es wieder aufgenommen? Wird der Stoff als Alt und nicht mehr wichtig behandelt? Welche Charaktere tauchen wieder auf? Das Gesetz war der Dreh- und Angelpunkt dieses Volkes. Es war Orientierung und Leitfaden für das Volk und den einzelnen. Und es wird nicht einfach durch Jesus ungültig, nein der Stoff bleibt derselbe. Er wird aber weiterentwickelt und neu aufgesetzt, eben transformiert. So war die Möglichkeit geschaffen aus dem alten „du wirst gerecht vor Gott wenn du dich an das Gesetz hältst“, ein neues „du bist gerecht vor Gott weil Jesus das Gesetz erfüllt hat“.
Manch einer möchte wieder zurück, möchte wieder ein Gesetz haben an dem man sich festhalten kann, an dem man zeigen kann ich bin richtig und du bist falsch. Doch das würde bedeuten, die Transformation abzulehnen. Das Gesetz ist gültig geblieben, aber in Jesus wurde daraus Gnade und Wahrheit.
Manch einer sagt, es gibt kein Gesetz mehr und deswegen ist alles egal und in Ordnung. Doch das würde bedeuten die Geschichte abzulehnen.
Das Gesetz ist gültig geblieben, aber in Jesus wurde daraus Gnade und Wahrheit.
Ich möchte es versuchen. Ich möchte mich an das Gesetz halten, in dem Wissen, dass das Gesetz mich nicht mehr wegen meiner Werke verurteilen kann. Ich möchte Gnade und Wahrheit in einem. Für mich und für jeden anderen. Ich möchte die Transformation leben.
Du auch?
AL