Übergänge, Zwischenzeiten, Wüstenwege und Metamorphose

In der letzten Zeit stolpere ich in verschiedenen Lebensbereichen immer wieder über das selbe Thema. Im Leben gibt es diese Phasen, in denen man sich in einem Übergang von Einem zum Anderen befindet.

Ein Zustand beginnt unbequem zu werden. Man merkt, dass eine Veränderung kommen muss und begibt sich auf die Suche nach einer neuen Lösung zu machen.

Neuer Arbeitsplatzt, größere Wohnung, neueres Auto, Kinderzimmer umräumen, das Thema Abnehmen oder auch dein ganz eigenes.

Was alle Bereiche gemeinsam haben ist, das Jammern über den Ist -Zustand und die Sehnsucht nach dem verheißenem Land, in dem dann alles besser ist.

Ja, mit dem neuen Zustand wird es besser sonst bräuchte man sich ja gar nicht erst auf den Weg zu machen. Aber zwischen hier und dort ist eine …..Übergangsphase.

  • Ich muss für den neuen Arbeitsplatz Bewerbungen schreiben, bekomme Absagen, bin gefrustet, denke schon “Ach so schlimm ist es ja gar nicht, dann bleibe ich halt….”
  • Für die Wohnung muss ich die Zeitungen durch suchen,vielleicht einen Markler kontaktieren. Ich brauche Zeit für Besichtigungstermine. Sagt mir dann eine Wohnung zu, hat sich der Vermieter für jemand anderen entschieden und die Suche geht von vorne los.
  • Beim Anschnallen der Kinder bekomme ich regelmäßig Rückenschmerzen. Ich muss erst die Babyschale anschnallen und dann noch mal alles zusammenschieben damit die Tür bei drei Kindern auf der Rückbank überhaupt zu geht. Es nervt einfach! Also los geht`s in die Autohäuser, natürlich mit Mann und Maus. Der Kundenberater säuselt sein Bestes während die Kinder die Prospekte vom Tisch fegen und die schönen Modelle im Regal doch glatt für Spielzeugautos halten. Und nach einem Gespräch quetscht man dann wieder alle auf die Rückbank und fährt zum Nächsten. (So war es als wir noch drei Kinder hatten.)
  • Im Kinderzimmer braucht man Stelzen um bis zum Fenster zu kommen. Es ist viel zu viel Zeug da und ein kinderfreundliches Ordnungssystem würde doch endlich Abhilfe schaffen. Möchte ich das Geld wirklich dafür ausgeben? Ändert sich dadurch überhaupt etwas? Ja ein Versuch ist es Wert. Also muss ich jetzt in Verhandlungen mit den Kindern treten. Was kann weg und womit spielen sie wirklich gerne. Das dauert und kostet mal wieder Nerven. Das Zimmer sieht zuerst noch schlimmer aus als vorher. Es ist eben in dieser Übergansphase und man fragt sich schon, warum habe ich mir das eigentlich angetan. Ich könnte jetzt auch gemütlich auf dem Sofa sitzen und ein Buch lesen.
  • Mit dem Abnehmen ist es ähnlich. Die Hosen kneifen mitlerweile alle. Das Einkaufen macht keinen Spaß mehr, weil man jedesmal eine größere Größe braucht. Die Kinder passen schon nicht mehr auf den Schoß und vom toben im Garten oder auf dem Spielplatz kann schon gar nicht mehr die Rede sein. Also braucht es eine Lösung um schlanker zu werden. Angebote mit verheißungsvollen Versprechen gibt es genug. Der eigentliche Wunsch ist aber doch, einfach normal essen zu können, ohne dabei immer weiter zuzunehmen. Schließlich entscheidet man sich für einen Weg. Man ist voll motiviert, aber noch ist da dieser Weg der vor einem liegt, für den es keinen Abkützung gibt.

Vielleicht war dein Thema jetzt nicht dabei, aber du kennst diese Phasen trotzdem. Wenn man erst das Alte hinter sich gelassen hat, das neue aber noch in weiter Ferne ist, kommt man sich vor wie in der Wüste. Sie Zweifel steigen auf und man jammert wieder, weil jetzt alles noch schlimmer scheint als vorher. Dann doch lieber wieder zurück zum alten Zustand. In der Bibel gibt es zu diesem Thema übrigens einen spannenden Bericht über ein ganzes Volk, dass durch die Wüste zog und gejammert hat.

Kürzlich habe ich mit einer Frau aus meinem Lebe leichter Kurs telefoniert, der es genau so geht. Sie wünscht es sich so sehr abzunehmen, aber der Weg macht ihr gerade gar keinen Spaß. Und schon kommt die Stimme hoch, die ihr einflüstert, dass sie es doch eh nicht schafft.

Die Belohnung ist für sie noch so weit weg, dass sie sich lieber schnell mit ihren alten Belohnungen, dem Essen zufrieden gibt.

Im Gespräch kommt mir der Vergleich mit einer Raupe. Jetzt lach nicht, aber es passt einfach so gut. Die Raupe kriecht den ganzen Tag herum und sucht nach etwas zu essen. Sie ist rund und träge und kennt nur das Leben auf dem Boden. Natürlich könnte sie sich damit zufrieden geben. Ist sie aber nicht. Sie wird dazu angetrieben sich irgend wann in eine Übergangsphase zu begeben. So eingewickelt in ihrem Kokon denkt sie sich vielleicht auch: “Was habe ich mir da eigentlich angetan? Herum kriechen und essen war doch ganz schön.” Aber sie hält durch. Langsam beginnt die Veränderung. Noch ist es gar nicht für alle zu sehen. Doch schließlich ist die Übergangszeit vorbei. Sie kommt heraus und nun ist sie ein wunderschöner Schmetterling. Auf dem Boden ist sie nur noch selten, denn jetzt kann sie fliegen. Wer hätte das gedacht? Es war ein langer Weg, dunkel und unbequem vielleicht, aber am Ende hat es sich gelohnt.

Wenn du auch gerade in der Wüste stehst ist das hier vielleicht deine Oase. Tanke auf und dann richte dich wieder auf dein Ziel aus. Dort willst du hin und du wirst dein Ziel auch erreichen. Den Weg bis dort hin kannst du nicht abkürzen. Aber du kannst einen Fuß vor den nächsten setzten und schließlich bist du da. Bleibe in Bewegung!

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