Vollkommene Freude, wie geht das denn?

Manchmal gibt es in den Gottesdiensten der FeG Emmendingen anstatt einer Predigt eine Gruppenarbeit. Mit einem Arbeitsblatt unter der Überschrift „Bibel teilen“ spricht man zu 6-8 Personen über einen Bibeltext. Manchmal sind es nur einzelne Worte oder ein Satz, der einem dabei wichtig wird. Hier möchte ich nun eine Bibelstelle mit euch teilen.

Johannes 15 aus der Neuen Genfer Übersetzung

In der Liebe Jesu bleiben

 »Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Jesus sagt von sich, dass er selbst die Liebe ist. Bleibt in meiner Liebe bedeutet also, dass wir ganz tief mit ihm verbunden sein sollen. Er möchte uns mit seinem Leben als Vorbild dienen. Deshalb heißt es weiter…
10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich immer die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
Gebote halten. Na toll das hört sich ja gut an. Tatsächlich habe ich schon oft gedacht, wie viele Probleme es nicht mehr gäbe, wenn sich einfach alle an die 10 Gebote aus der Bibel halten würden. Du sollst nicht töten (auch nicht mit Worten). Du sollst deine Eltern ehren. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht neidisch sein auf das was dein Nachbar hat und noch ein paar Sachen mehr. Jesus wird einmal gefragt, welches denn das wichtigste Gebot ist. Er fasst die 10 Gebote ganz einfach zusammen und sagt:  »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (Lukas 10,27). Da steckt alles drin. Sogar ein Maß ist dabei. Du sollst dich selbst nämlich nicht weniger lieben. Was du für andere aus liebe tust, dass darfst du dir auch ruhig selbst gönnen. Warum sollen wir aber diese Gebote halten? Klingt das nicht so ein bisschen nach Spaßbremse?
11 Ich sage euch das, damit meine Freude euch erfüllt und eure Freude vollkommen ist.
Also alles andere als Spaßbremse. Jesus wünscht sich, dass wir vollkommene Freude erleben. Sogar noch mehr wir sollen damit erfüllt sein. Hey wie oft fühlen wir uns leer und ausgepowert? Man startet noch recht fröhlich in den Tag und dann kommt so ein Giftzwerg daher gelaufen, der einfach gnadenlos auf unseren Nerven herum trampelt. Man überlegt sich ein schönes Familien Programm und möchte eine schöne Zeit genießen und dann meckern alle nur herum. Das ist so ansteckend und schnell sagt man selbst auf einmal Dinge, die mit einem liebevollen Umgang überhaupt nichts mehr zu tun haben. Wie kommt man da nur wieder heraus?
12 Liebt einander, wie ich euch geliebt habe; das ist mein Gebot.
-Ach ja stimmt ja, hast du ja eben schon gesagt- An einer anderen Stelle heißt es Wenn ihr dies und das und jenes tut, aber euch fehlt dabei die Liebe, dann ist es nichts wert. (1. Korinther 13) Ja wenn ich nur aus Pflichtgefühl zeit mit jemanden verbringen, dann sollte ich es besser lassen
13 Niemand liebt seine Freunde mehr als der, der sein Leben für sie hergibt.
Gut Jesus hat das tatsächlich wörtlich genommen und ist gestorben, für etwas was er gar nicht getan hat. Für uns kann das heißen, dass wir uneigennütziger leben. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Für mein eigenes Wohl nehme ich ganz schön viel Anstrengungen auf mich. Würde ich das auch für meine Freunde tun?
Brechen wir uns denn einen Zacken aus der Krone, wenn wir mal ein paar Kinder mehr am Tisch sitzen haben, damit die Freundin Zeit für sich hat? Das ist noch sehr klein gedacht. Sein Leben hingeben bedeutet da schon etwas mehr. Sich in Menschenleben zu investieren ist das beste was wir mit unserem Leben anfangen können. Aber wo hinein investieren wir tatsächlich? Haus, Auto, Urlaub, Karriere…? Wir brauchen viel Zeit um viel Geld für viele schöne Sachen verdienen zu können. So wird unser Leben anscheinend erfüllter. Erfüllter? Moment, war es nicht die vollkommene Freude die uns erfüllen soll? Vielleicht ist da was dran, dass ich tatsächlich dann erfüllter bin, wenn ich in meinem Leben neue Schwerpunkte setze und mehr Zeit in bleibende Werte investiere.
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
Also über diesen Satz bin ich echt gestolpert. Das hört sich ein bisschen nach Kinderspielplatz an, oder? „Du darfst mit spielen, aber ich bin der Bestimmer.“ Ich glaube wir haben Jesus manchmal ganz schnell in dieser Schublade. Der will uns ja nur herum kommandieren. Wie gut, dass er das im nächsten Satz gleich klar stellt.
15 Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut; ich aber habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Also wieder genau anders herum. Er will nur das aller Beste für uns. Also hat er uns auch nichts vorenthalten, sondern uns tatsächlich alles weiter gegeben, was Gott für ein erfülltes Leben bereit hält. Es gibt also noch sehr viel in der Bibel zu entdecken.
16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat.

Mit dieser Frucht ist wieder das gemeint, was passiert, wenn wir tatsächlich unseren nächsten Lieben wie uns selbst. Wie sieht so eine Frucht aus? Dazu noch mal 1. Korinther 13

Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet.
Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach.
Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand. Die Liebe vergeht niemals.“
Wie gut dass die Liebe hier mit einer Frucht verglichen wird, sonst wäre ich jetzt raus. Man könnte meinen Jesus erwartet, dass wir dass alles jetzt auf Knopfdruck hin bekommen. Ne, tut er nicht. Es darf wachsen wie eine Frucht. Eine Frucht wächst dann an einem Baum, wenn sie mit allem wichtigen versorgt wird. Das Coole ist, dass Jesus selbst der ist, der uns versorgt. Wir müssen nur die Verbindung mit ihm halten. Eine Blüte die abgepflückt wird kann aus sich heraus keine Frucht mehr bringen. Dadurch, dass wir also die Liebe von Jesus anzapfen wachsen auch in uns Früchte wie Geduld. Alles andere was oben beschrieben wird, was dann nicht mehr wächst ist praktisch Unkraut, das aus einer anderen Wurzel gewachsen ist.
Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.
Hast du das schon mal erlebt? Also ich hatte da kürzlich ein echt krasses Erlebnis.
Ich wollte eine Wand tapezieren. Der Rest des Zimmers sollte frisch gestrichen werden. Ich hatte im Baumarkt schon alles besorgt. Nun war ich aber unsicher ob ich die alte Tapete an der einen Wand erst runter kratzen muss, bevor ich die neue Tapete aufklebe. Der Mann im Baumarkt meinte – ja- und hat mir auch  gleich das passende Mittelchen verkauft. Ich hatte aber ehrlich keine Lust auf diese mühsame futzel Arbeit. Am Morgen hatte ich in der Bibel gelesen: „Es ist dem Herrn nicht schwer durch viel oder wenig zu helfen.“ (1. Samuel 14,6) Das fiel mir wieder ein, wie ich so vor meiner Wand stand und ratlos war. Also habe ich gebetet, dass ich ihn beim Wort nehme.“ Ja es ist nicht schwer für dich also könntest du mir doch einfach sagen was ich machen soll.“ Nun war erst einmal das Mittagessen fertig. Als wir alle am Tisch saßen klingelt das Telefon und ich ärgere mich schon über die Störung um die Zeit. „Guten Tag Maler Betrieb Ulrich, bin ich da richtig bei Familie Soundso?“ „Nein hier ist Lügger,………. aber Moment mal was sind sie ein Maler Betrieb?“ „Ja“ „Sind sie ein richtiger Malermeister? Das ist ja cool! Ich habe da nämlich mal eine Frage….“ Dann habe ich kurz erzählt welche Tapete ich mit welchem Kleister auf was für einen Untergrund kleben möchte und meine Frage gestellt. Und tada ich brauchte die alte Tapete nicht weg zumachen. Und dann musste der eine Satz noch raus. „Wissen sie was, das hat jetzt der Himmel gefügt, dass sie sich bei mir verwält haben.“ Ich bin zurück an den Tisch gegangen und musste echt weinen. Es ist wirklich nicht schwer für Gott in kleinen oder großen Dingen zu helfen. Ich weiß, dass es manchmal unbegreiflich ist, warum er es nicht tut. Auch das erlebe ich. Da ist es dann wieder an mir, zu akzeptieren, dass er über den Dingen steht.
17 Einander zu lieben – das ist das Gebot, das ich euch gebe.«
Das wichtigste einfach noch mal knackig in einem Satz. Warum noch mal? Damit unsere Freude vollkommen wird. Ich glaube auf dieser Erde erleben wir keine Vollkommenheit mehr. Es wird aber der Tag kommen, wo wir diesem Jesus endlich so nahe sein können, dass wir tatsächlich in seiner Liebe sind. Jap das wird dann vollkommene Freude sein. Und bis dahin können wir dem zumindest jeden Tag ein bisschen näher kommen.